Im Jahre 1923 befand sich Richard Krause, der aus Schlesien kommend in Recklinghausen Fuß gefasst hatte, auf einer Wanderung durch die Eifel, als er auf den Höhen über der Ahr, an der Teufelsley, Kölner Naturfreunde traf und mit ihnen diskutierte. Dort fasste er den Entschluss, Mitglied dieser Bewegung zu werden. Bei seinen Kollegen der "Vestischen Straßenbahn" fand er bald eine Anzahl Freunde, die gleich ihm die Liebe zur Natur, zu den Zielen des Sozialismus und zur Arbeiterbewegung empfanden.

So wurde noch im gleichen Jahr in Recklinghausen die Ortsgruppe gegründet. In kurzer Zeit bekam die Gruppe auch Unterstützung durch Mitglieder anderer Berufe, so dass der Schichtdienst eine untergeordnete Rolle spielte. Bald sah man die Recklinghäuser Naturfreunde auf Wanderungen in der Haard, in der Hohen Mark und entlang der damals noch romantischen Stever. Aber auch das Lippestrandbad der Marler Naturfreunde in Sickingmühle oder der Platz der Gelsenkirchener Naturfreunde in Wulfen gehörten zu den Wanderzielen.

Mit den Kriegswirren begann auch für die Naturfreunde die Zeit der Verfolgung. Ebenso wie andere Organisationen der Arbeiterbewegung wurden sie durch das Nazi-Regime verboten und die illegale Arbeit begann.

Nach dem Krieg fand sich bald eine Anzahl alter Naturfreunde zusammen, die die Ortsgruppe neu ins Leben riefen. Außer einem handgestickten Wimpel war das gesamte Vereinsvermögen verloren gegangen. Nach der Neugründung entwickelte sich die Ortsgruppe erstaunlich gut. Unter ihren Vorsitzenden, zunächst Richard Krause, dann Walter Funkat, Fred Synock und Wilhelm Heussner stieg der Mitgliedsbestand stetig an. An diese Tradition haben die dann folgenden Vorsitzenden Dieter Konieczny und schließlich Ulrich Bernhardt angeknüpft, den Verein weiter ausgebaut und bekannt gemacht. Heute wird die Gruppe von Patrick Voßmöller geleitet.

Neben den vielen Wanderungen, die nicht nur in die heimischen Wälder führten, trafen sich die Mitglieder auch noch zu Gruppenabenden. Anfangs in Gaststuben, wurden die "Heimabende" später in dem DGB-Heim an der Dorstener Straße abgehalten. Das Streben nach einem eigenem Haus rückte immer mehr in den Vordergrund. 1976 bekam die Ortsgruppe das Angebot, das ehemalige Mollbeck Restaurant als Naturfreundehaus zu nutzen. Dank der Fürsprache von August Boente, Albert Machulla und Helmut Pardon, alle Mitglieder des damaligen Bauausschusses der Stadt Recklinghausen, konnten die Ortsgruppe von der Stadt das Haus pachten und bald mit der Renovierung des Gebäudes beginnen. Schon nach kurzer Zeit waren nun Heimabende in den eigenen Räumen möglich. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Naturfreundehaus zu einem Ausflugsziel für große und kleine, junge und alte Leute. Die Mitglieder der Ortsgruppe schufen einen stadtbekannten Anlaufpunkt für jedermann.

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